Griechische Taufe – Totaler Stress

Momentan habe ich nicht viel Zeit zum schreiben da ich voll beschäftigt bin, die griechisch orthodoxe Taufe meiner Tochter zu organisieren. Griechische Feste zu organisieren ist der totale Stress und mein 9 Monate altes Mädchen tut mir Leid, weil sie das auch mitmachen muss. Aber, Papa besteht drauf!


Ich bin nicht sehr religiös, auch wenn ich evangelisch getauft bin. Aber in Griechenland gehört die Kirche zur Kultur dazu, und ein Kind welches nicht getauft ist wird in der Schule unter den Mitschülern leiden. Normalerweise haben die Kinder in Griechenland offiziell keinen Namen bis zur Taufe. Bis dahin werden sie immer „Mpempis“ oder „Mpempa“ genannt, also einfach nur Baby. Bei unserer Anna ist das nicht der Fall, aber Taufen gehört dazu.

Um euch zu veranschaulichen was für ein Stress die Organisation einer griechischen Feier ist, werde ich mal schreiben wie das bei unserer Hochzeit war. Da alles sehr kurzfristig war und wir auch nicht viel Geld ausgeben wollten, habe ich vorgeschlagen wir machen eine kleine Party mit ca. 20 Leuten. Aber… Da wusste ich noch nicht was für Griechen „kleine Feier“ bedeutet. Mein Man sagte: „Ja, ich werde nicht viele einladen, nur ungefähr 80 Leute“. Das war für mich der erste Schock. Man muss aber bedenken das Griechen immer eine riesen Verwandtschaft haben. Die meisten heiraten und bekommen jeweils mindestens zwei Kinder, aber auch noch die Cousins und Cousinen 3 und 4 Grades zahlen in Griechenland zur engsten Verwandtschaft. Also betragt der engste Kreis der Verwandtschaft schon ein mal mindestens 120 Leute. Und ich rede ja noch nicht mal von den Freunden die man auch noch einladen mochte.

Diese ganzen Leute haben dann natürlich jeder seine eigene Meinung die er auch durchsetzen will und daher macht dann jeder einfach was er für richtig Hallt. Das endet dann alles in einem riesen Chaos. Seht euch einfach den Film, „The big fat greek weding“ an. Glaubt mir, es ist genau so!

Dieses Jahr muss ich nun die ganze Organisation noch ein mal machen. Dekoration, Kirche, Essen (und die Griechen essen viel!) , Fotograf, Musik, Torte…

Die Taufe selbst geht aber auch nicht gerade zimperlich von statten. Der Pastor malt dem Kind mit Olivenöl Kreuze auf Stirn, Hände und Füße, und dann taucht er es drei Mal bis zum Hals ins Taufbecken und schüttet Wasser übers Köpfchen. Dann müssen die Pateneltern es einölen, von Kopf bis Fuss. Hierbei werden die Paten oft angefeuert auch wirklich jede stelle mit Olivenöle zu bedecken. Das Öl symbolisiert die Anstrengung des Menschen naher zu Gott zu gelangen, es rührt daher dass die Athleten in der antike auch eingeölt wurden um den Sport schwieriger zu machen. Man darf das Kind hinterher auch nicht baden, damit man das Öl nicht abwascht.

Gerade sind wir dabei die kleine Kapelle zu streichen und das Gras darum herum zu mähen. Das gehört in Griechenland auch dazu wenn man eine Taufe oder Hochzeit feiern will. Dabei hilft uns unserer neuer workawayer Graham, aus Australien. Dazu mehr im nächsten Post…

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