Das Haus ist fast fertig -oder- wie man die Männer von der Couch zerrt…

Es ist ja meistens nicht so einfach, die lieben Männer dazu zu bewegen, irgendetwas Bestimmtes zu tun. Manche unter euch Frauen, die das lesen werden jetzt vielleicht leise aufstöhnen und an diese neuen Gardinenstangen denken, die schon lange an der Wand hängen sollten, oder an den alten Schrank, der schon längst auf dem Sperrmüll liegen sollte.

 

Das Schlafzimmer noch ohne Bettbezug und Vorhänge
Der Wohnraum noch im Chaos versunken

Anna guckt den Männern beim Zement mischen zu
Mein Vater am Küchenschränke bauen
Die Küche noch im Anfangsstadium

Nun, ich kann euch sagen, ob jung oder alt, wir haben doch alle dieselben Schwierigkeiten mit unseren Männern. Ich habe nur leider das Gefühl, dass es mit dem Alter immer schlimmer wird. Meinen Ehemann kann ich mit lieben Zusprüchen noch eher überzeugen als meinen lieben Papa.

Als der Balkon noch im Chaos versunken war

Vor ca. 4 Jahren, kurz bevor ich schwanger wurde, habe ich damit begonnen, mein leer- stehendes Elternhaus auf eigene Faust zu renovieren (damals nur, um dort alleine zu wohnen) und während dessen versuchte ich, meinen Vater zu überreden, die schweren Arbeiten zu verrichten. Vasilli hat sich auch bereit erklärt, mich ein wenig zu unterstützen. Doch leider waren beide nicht sehr erpicht darauf und so ging es nur in Zeitlupentempo voran.

 

Ich glaube, beide wollten nicht so recht, dass ich alleine in dieses abgeschieden gelegene Haus ziehe, mein Vater wollte lieber, dass ich bei ihm wohnen bleibe, und Vasili, damals mein Freund, hätte es lieber gesehen, dass ich zu ihm und seinen Eltern ziehe.

So langsam tut sich was…
Das Chaos aus einer schönen Perspektive
Vasili beim Streichen der Aussenwand

 

Das Badezimmer im Rohzustand

Als wir dann nach einer Weile erfuhren, dass ich schwanger war, wurden mir jegliche Arbeiten am Haus untersagt. Man wollte mich nicht mit Chemikalien wie Farbe, noch mit schweren Gerätschaften hantieren lassen, mit denen ich die alten Möbel im Haus restaurieren wollte. Generell war meine Schwangerschaft in Griechenland ein eher schwieriges Unterfangen für mich: Mein Vater ließ mich nicht mit dem großen Hund spazieren gehen, meine Tanzlehrerin ließ mich nicht tanzen und generell wurde ich immer auf eine Couch gesetzt und gefüttert.

Daher lagen die Arbeiten am Haus erst einmal still. Wir heirateten, suchten uns eine Wohnung, hatten andere Dinge zu tun…

Ca. 1,5 Jahre später, als meine Tochter ca. 7 Monate alt war stieß ich im Internet auf die Seite workaway.info . Dort kann man gratis ein Profil als Gastgeber erstellen und Gäste aus aller Welt beherbergen, die dafür als Gegenleistung einige Stunden pro Tag für den Gastgeber arbeiten.

Die wohlverdiente Mittagspause

Es folgten zwei Jahre voller neuer Erfahrungen und toller Freundschaften. Die Arbeiten am Haus gingen stetig voran, es fehlte immer noch die handwerkliche Unterstützung meines Vaters. Die meisten Gäste waren Studenten, die zwar Wände streichen und uns bei verschiedenen Arbeiten unterstützen konnten, doch alleine hätten sie natürlich nie eine neue Treppe bauen oder einen Baum fällen können. (Was die workaways alles getan haben könnt ihr hier lesen->)

Das Schafzimmer nach dem letzen Schliff

Nachdem wir diesen Frühling mit unserem Olivenöl in Deutschland waren, setzte ich den Männern eine Frist. Bis 15. August hatten sie Zeit, ich hatte ein Profil auf airbnb erstellt und ab dem Datum konnten Buchungen gemacht werden. Auf einmal ging es ganz flott, und alle schweren Arbeiten, die laut meinem Vater bis dato unmöglich gewesen waren, wurden im Handumdrehen erledigt. Innerhalb von drei Wochen wurde der „Käfig“ wie ich ihn nannte, vor der Haustür abgerissen. Die Eukalyptusbäume, deren Wurzeln sich durch den Zement bohrten wurden gefällt. Neuer Zement wurde gegossen und ein kleines Geländer angebaut.

Die Grube vor dem Haus haben die Männer teilweise mit Erde aufgefüllt, so dass ein neuer Parkplatz entstand. Mein Vater baute neue Küchenschränke aus alten Spanplatten und Vasilli hat das Haus innen und außen gestrichen. Zusammen mit einer Freundin legten wir dann einen Putzmarathon hin und als am 23. August unsere ersten airbnb-Gäste eintrafen , erstrahlte das Haus in neuem Glanz.
Mit ein bisschen Hilfe von Anna
Der Wohnraum bereit für die ersten Airbnbs

Jetzt warte ich nur noch darauf, dass das Vordach fertig gestellt und ein Geländer an Veranda und Treppe angebracht werden. Ich hoffe mal, es wird bis Anfang November, wenn wir unsere nächsten Gäste erwarten, fertig sein. Über Instagram und Facebook werde ich weiterhin mit Fotos von unseren Fortschritten posten.

 

Bis dahin könnt ihr noch unseren neuen Orangenhonig probieren, von dem ich eine begrenzte Stückzahl zu meiner Mutter nach Norden geschickt habe.
Ihre Telefonnummer: 04931-9342146
Liebe Grüße aus dem immer noch warmen Griechenland,

 

eure Melanie!

 

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