10 Fragen über Olivenöl und die Artworten dazu

Dieses Frühjahr, als wir mit unserem Olivenöl in Ostfriesland auf den Wochenmarkt gegangen sind, haben mich viele Leute angesprochen und die meisten hatten die gleichen Fragen zu unserem Olivenöl und seinem Gebrauch. In diesem Post möchte ich nun die 10 Fragen, die mir am häufigsten gestellt wurden, aufklären. In späteren Posts werde ich versuchen näher auf die Zusammensetzung von Olivenöl, die Ernte, die verschiedenen Sorten und seine Verwendung einzugehen.

Wie immer freue ich mich, wenn ihr Fragen und Anmerkungen in die Kommentare schreibt.

Also dann mal zu den Fragen:

  1. Darf man Olivenöl erhitzen?
    Viele Leute benutzen Olivenöl nur in Salaten, weil sie gelesen haben, dass man Olivenöl nicht erhitzen darf, da es sonst krebserregend ist. Olivenöl darf durchaus erhitzt werden, genau wie jedes andere Öl auch, in Griechenland wird es sogar zum frittieren benutzt. Jedes Öl hat einen so genannten Rauchpunkt, der nicht überschritten werden darf. Bei kaltgepresstem Olivenöl liegt der Rauchpunkt zwischen 130°C und 180°C. Sobald der Rauchpunkt erreicht wird, fängt das Öl -wie der Name schon sagt- an zu rauchen, es bildet einen schlechten Geruch und es färbt sich dunkel. Man merkt es also, wenn der Rauchpunkt erreicht ist…                                              Natürlich ist Olivenöl gesünder, wenn es kalt konsumiert wird, da beim Erhitzen wertvolle Vitamine verloren gehen. Trotzdem sollte man auch beim Braten als gesunde Alternative auf Olivenöl zurückgreifen. Der Grund: Der Rauchpunkt eines Speiseöls ist abhängig von der Menge der ungesättigten Fettsäuren die es enthält, desto mehr ungesättigte Fettsäuren desto niedriger der Rauchpunkt. Doch das heißt auch, dass dieses Öl gesünder ist, da die ungesättigten Fettsäuren unseren Cholesterinspiegel senken, die gesättigten Fettsäuren, die in tierischen Fetten wie zum Beispiel Butter oder Schmalz enthalten sind, erhöhen den Cholesterinspiegel. Also desto niedriger der Rauchpunkt desto gesünder das Öl!
  2. Was heißt kaltgepresst und nativ?
    Als kaltgepresst wird leider oft Öl verkauft, welches bei der Pressung bis zu 40°C erreicht. Jedoch sollte kaltgepresstes Öl nur bis zu 27°C während des ganzen Prozesses der Pressung erreichen, denn nur so bleiben die Aromastoffe und die fettlöslichen Vitamine A und E weitgehend erhalten. Nativ ist eine Unterkategorie von kaltgepresst, bei der das Öl durch ein besonders schonendes Verfahren gewonnen wird. Das Rohmaterial darf nicht geröstet werden und nach dem Pressen darf das Öl lediglich gefiltert und abgefüllt werden.
  3. Warum ist Olivenöl so gesund?
    Alle Welt schwärmt von dem „Gesundmacher“ Olivenöl, aber warum? Nun, die Tatsache dass die Menschen in den Mittelmeerländern nicht so oft an Krebs erkranken oder einen Herzinfarkt erleiden, haben Wissenschaftler den positiven Eigenschaften des Olivenöls zugeschrieben, welches als Hauptbestandteil der mediterranen Ernährung gilt. Im Gegensatz zu anderen pflanzlichen Fetten die mehrfach ungesättigte Fettsäuren erhalten, enthält Olivenöl einfach ungesättigte Fettsäuren. Mehrfach ungesättigte Fettsäuren senken das Gesamtcholesterin. Einfach ungesättigte Fettsäuren dagegen senken nur das schlechte LDL-Cholesterin, das für die Ablagerungen in Blutgefäßen verantwortlich und nicht das gute HDL-Cholesterin, welches für den Abtransport der schädlichen Gefäßablagerungen gebraucht wird. Außerdem wirkt Olivenöl gegen: Diabetes, Übergewicht, Bluthochdruck und vorbeugend gegen Gallensteine und sogar Depressionen. Das in Oliv
    enöl enthaltene Vitamin E verzögert den Alterungsprozess menschlicher Zellen und außerdem enthält es viele Antioxidantien.
  4. Wie wird Olivenöl produziert und wie oft wird geerntet?
    Die Erntezeit in unserer Region beginnt Mitte November und endet Mitte Februar. Unter den Bäumen werden Planen oder Netze ausgelegt, um die Oliven aufzufangen. Dann werden die Oliven mit verschiedenen Verfahren vom Baum geklopft oder gekämmt, sie werden in Säcke gefüllt und zur Olivenpresse gebracht. Dort werden die Früchte in einem großen Gefäß gesammelt , über ein Laufband werden sie dann durch die verschiedenen Geräte transportiert. Als erstes werden sie von Staub und Blättern befreit, dann werden sie in reinem Wasser gewaschen. Nachdem die Oliven gewogen wurden, werden sie in eine Maschine befördert, in der sie zerstampft werden. Für eine Stunde bleiben sie in einem „Mixer“, um die Flüssigkeit von der festen Masse zu trennen. Per Zentrifuge wird dann das Öl vom Wasser getrennt. Nun kann das Öl noch gefiltert werden oder es wird direkt abgefüllt.
  5. Wie viel Öl produziert ein Olivenbaum?
    Um einen Liter Olivenöl zu produzieren braucht man ca. 5 Kilo Früchte. Durchschnittlich produziert ein Baum, der die zwanzig Jahre überschritten hat, 30 Kilo Oliven, also ca. 6 Liter Öl. Besonders große Bäume, die über 100 Jahre alt sind und gut gepflegt werden, können sogar bis zu 20 Liter Olivenöl produzieren.
  6. Sind schwarze und grüne Oliven verschiedene Sorten?
    Nein, die grünen Speiseoliven sind einfach nur in einem früheren Reifestadium geerntet worden als die dunklen. Es gibt über 100 verschiedene Oliven-Sorten, manche werden zu Olivenöl verarbeitet und andere werden als Essoliven eingelegt, doch alle werden in ihrem End-Reifestadium dunkel.
  7. Wie lange hält sich Olivenöl?
    Ich kann hier nur wiederholen, was ich auf dem Wochenmarkt immer wieder gesagt habe: Im Prinzip wird Olivenöl nicht schlecht, doch nach zwei Jahren verliert es seinen charakteristischen Geschmack und seine wertvollen Vitamine. Wir bevorzugen das Öl so frisch wie möglich zu konsumieren, da es umso besser schmeckt, desto frischer es ist.
  8. Warum ist gutes Olivenöl so teuer – ist das günstige Öl aus dem Discounter nicht genauso gut?
    Natürlich nicht! Olivenöl, welches in Deutschland für unter 10€ pro Liter verkauft wird, ist nicht vertrauenswürdig. Denn, ich kann es euch aus eigener Erfahrung sagen, um Olivenöl so günstig zu verkaufen, muss man an der Qualität sparen. Das heißt, es wird Olivenöl aus Ländern, wo es günstiger ist untergemischt. Es wird durch Erhitzen noch das letzte aus dem Olivenkern geholt, welches ein äußerst schlechtes Öl liefert und dieses wird untergemischt, oder es wird älteres Öl unter das frische gemischt. Wer ein gutes, reines Olivenöl genießen will, muss verstehen, dass mit der Produktion und der Lieferung nach Deutschland Kosten einhergehen, die sich im Preis bemerkbar machen. Und um den Produzenten besser zu verstehen, könnt ihr noch mal zur Frage „Wie viel Öl produziert ein Olivenbaum?“ gehen, und dann könnt ihr Arbeitskosten für die Ernte, Transportkosten, Verpackung und weiteres addieren um herauszufinden ob es überhaupt möglich ist, eine Flasche gutes Olivenöl an den Großhandel für 1-2 Euro zu verkaufen…                                                     Richtig: dabei würden noch nicht einmal die Arbeitskosten bei rauskommen.
  9. Was bedeutet „erste Pressung“?
    Erste Pressung bedeutet, dass das Öl aus der erstmaligen mechanischen Pressung der Oliven gewonnen wurde. Sie dürfen also nicht nochmal gepresst oder weiter verarbeitet werden, so wie das Öl, welches aus den Kernen gewonnen wird. Dieses Öl wird in Griechenland übrigens zum Anzünden von kleinen Laternen in der Kirche benutzt.
  10. Was hat der Säuregrad zu bedeuten?
    Ein wichtiger Parameter zur Feststellung der Qualität von Olivenöl ist der Säuregrad (gemessen als Ölsäure je 100g). Bei nativem Olivenöl Extra ist der Höchstwert mit 0,8 festgelegt, bei nativem Olivenöl mit 2,0. Der Säuregrad hängt davon ab, wie schnell die Oliven nach der Ernte gepresst werden und natürlich von der Qualität der Früchte. Die Qualität der Oliven wird beeinflusst von Frost oder von der Bewässerung. Unsere Oliven bringen wir spätestens am Tag nach der Ernte in die Presse, so haben sie nicht genug Zeit, um Säuren zu bilden. Das Öl unserer Region ist allgemein dafür bekannt, dass es einen sehr niedrigen Säuregrad aufweist.

Ich hoffe, ich habe all eure Fragen zu Olivenöl aufschlussreich beantwortet. Wenn nicht, schreibt mir doch bitte eure Fragen in die Kommentare. Habt ihr vielleicht noch Fragen zu Essoliven, Honig, griechischen Kräutern oder Griechenland allgemein? Auch diese beantworte ich gerne in den Kommentaren oder in nächsten Posts.

Bis dahin liebe Grüße aus unserem regnerischen Griechenland,

eure Melanie

Quellen:

„Warenkunde Öl“ – Bertrand Matthäus

https://eatsmarter.de/ernaehrung/gesunde-lebensmittel/kaltgepresstes-olivenoel-gesund

http://www.carbonell.de/warum-ist-olivenol-so-gesund/warum-ist-olivenol-so-gesund/

https://www.zentrum-der-gesundheit.de/olivenoel.html

https://www.noanoliveoil.com/l/was-sind-die-qualitaetsmerkmale-von-olivenoel-noan

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