Griechisches Oregano – Verwendung und Wirkung

Schon manches Mal kam ich auf dem Wochenmarkt in die Situation, dass sich jemand eine Packung von unserem Oregano nimmt, sie ansieht, und mich fragt: „Oregano, zu was ist das denn eigentlich gut? “. Tja, zu was eigentlich? Ich weiß ja nun mal auch nicht alles und komm damit oft in Verlegenheit, doch ich kann ja lernen und nun kann ich das Wissen an euch weiter geben. Bisher wusste ich nur, wie lecker Oregano, zusammen mit frischem Olivenöl auf Feta oder einem griechischen Salat schmeckt, oder auch in Tomatensoße. Andererseits hat doch mein Vater mir als Kind immer Oregano-Tee gemacht, wenn ich krank war – der schmeckt übrigens sehr, nun ja, gewöhnungsbedürftig – , danach wurde ich ins warme Bett gepackt, hab eine Nacht durchgeschwitzt und am nächsten Tag war ich meistens wieder gesund.

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Pflanze

In Griechenland wird Oregano ca. 20-80 cm groß, er wächst wild und kann zwischen Juni und August gesammelt werden. Die Pflanze wächst an warmen, sonnigen Plätzen mit einem durchlässigen Boden, der nährstoffarm und kalkhaltig ist. Man findet ihn an Trockenwiesen, Waldrändern, Gebüschrändern und im Gebirge bis zur subalpinen Stufe. Die Pflanze ist pflegeleicht und auch einigermaßen winterfest, daher kann man manche Arten auch in Deutschland im Garten züchten. Oregano sollte man nicht verwechseln mit Majoran, der zwar auch zur Pflanzengattung Dost gehört, sich jedoch stark als Pflanze und als Gewürz von Oregano unterscheidet, so ist er nur einjährig, nicht winterhart und hat auch nicht so ein intensives Aroma wie Oregano.

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Gebrauch in der Küche

Aus der mediterranen Küche ist der mild-pikante Geschmack von Oregano nicht wegzudenken. In Italien gleichermaßen wie in Griechenland wird Oregano in allen möglichen traditionellen Gerichten verwendet. So wird es hierzulande in Soßen zu Fleisch und Fisch, so wie im heißgeliebten Moussaka und natürlich im Salat benutzt. Ich benutze Oregano gerne frisch aus meinem Kräuter-Garten zum Beispiel zu Bohnen oder zu frischen Waldpilzen, aber auch getrockneter Oregano schmeckt dazu sehr gut. Im Gegensatz zu anderen Kräutern intensiviert sich das Aroma von Oregano beim Trocknen. Auch kann Oregano mitgekocht werden, sein Geschmack leidet nicht darunter. In Deutschland wird meistens der als wilder Majoran bezeichnete Origanum vulgare subsp. Vulgare verkauft, er eignet sich gut als Bodendecker oder Dachpflanze, jedoch nicht so gut als Gewürzpflanze. Dazu ist der griechische Oregano, Origanum Vulgare subsp. Hirtum, am besten geeignet, da er das intensivste Aroma unter den Organo-Sorten hat. Oregano verhindert das Wachstum von Coli-Bakterien und ist damit gut geeignet zur Haltbarmachung von Lebensmitteln wie Wurst und Fleisch. Im Geschmack harmoniert er sehr gut mit Thymian, Rosmarin, Lorbeer, Lavendel, Bergbohnenkraut und Salbei, nur mit Majoran verträgt er sich nicht.

Oregano getrocknet

Oregano als Medizin

Seit dem 17./18. Jahrhundert wird Oregano zur Behandlung von Magen- Darmbeschwerden, Atemwegserkrankungen und Frauenleiden verwendet.

Oregano ist ein natürliches Antibiotikum, die enthaltenen Polyphenole (Antioxidantien) zerstören auch Bakterien, die gegen herkömmliche Antibiotika resistent sind. So steht Oregano auf dem dritten Platz der stärksten antioxidativ wirkenden Lebensmittel. Zusammen mit den sekundären Pflanzenstoffen wirkt Oregano sogar hemmend auf die Teilung von Krebszellen. Zur Vorbeugung von Thrombose, Schlaganfällen und Herzinfarkten ist Oregano durch seine blutverdünnende Eigenschaft sehr wirksam. Außerdem hemmt er auch die Bildung von Entzündungsbotenstoffen und bekämpft so Krankheiten auf verschiedenen Ebenen, zum Beispiel Entzündungen des Mund- und Rachenraumes, auch als Umschlag für Wunden ist er sehr gut geeignet.

Bei Husten und Bronchitis nimmt ein Oregano-Tee den Hustenreiz und auch die Entzündung. Ein Oregano-Bad kann Abhilfe bei Rheuma, Gelenkschmerzen und Arthritis verschaffen. So ein Bad ist auch sehr angenehm gegen Stress oder als Erkältungsbad zur Stärkung der Abwehrkräfte und zur Entgiftung. Schon ein tiefes Einatmen des Dufts entfaltet seine desinfizierende Kraft in den Nasennebenhöhlen. Ein Tipp aus dem Buch „Heilpflanzen und ihre giftigen Doppelgänger“: gegen Ohrensausen den Dampf eines Oregano-Tees mit einem Trichter ins Ohr leiten solange es angenehm ist.

Oregano ist krampflösend, regt Leber und Galle an, ist appetitanregend und verdauungsfördernd. Es kann also zur Behandlung von vielen Erkrankungen des Magen- Darmtraktes verwendet werden, zum Beispiel Durchfall, Erbrechen, Verdauungsbeschwerden, Magenkrämpfen oder Lebensmittelvergiftungen. Auch bei Regelschmerzen kann Oregano helfen oder zur Einleitung der Geburt. Oregano vertreibt Pilze, so wie den Candida-Pilz oder Nagelpilz aber auch Parasiten wie Würmer und Läuse.

Zubereitung des Oregano-Tees: Einen Teelöffel getrocknetes Oregano in 250ml-300ml heißes Wasser geben und 10 Minuten bedeckt ziehen lassen.

Oregano-Bad: 100gr. Oregano in 1 Liter heißem Wasser 10-15 Minuten ziehen lassen und danach zum Badewasser geben.

Also dann trinken wir mal einen wohltuenden Oregano-Tee, den kann man ja auch mit etwas leckerem Honig versüßen. Ich bin wieder mal ein bisschen schlauer und ihr ja wohl auch, wenn ihr bis hierhin gelesen habt. Vielleicht habt ihr ja einen Wunsch, was ihr als nächstes lesen möchtet?

Also bis zum nächsten Mal,

eure Melanie!

Griechisches Frühstück
Unser Beitrag zu unserem griechischen Frühstück könnte euch auch gefallen, auch dort kommt Oregano, frisches Olivenöl und Honig zum Einsatz

Quellen:

Heilpflanzen und ihre giftigen Doppelgänger – Ursula Stumpf

Heilpflanzen Erkennen, Sammeln, Anwenden – Elfrune Wendelberger

http://www.mydiatrofi.gr/trofi/trofima/votanabaxarika/riganitherapeftikesidiotiteskaithreptikiaksia

http://enallaktikidrasi.com/2017/04/rigani/

http://hashimoto.gr/riganitotherapeftikokosmimatismesogiou/

https://www.gartenjournal.net/oreganoverwendungundverarbeitung

https://www.gewuerzkarawane.de/oregano.html

https://www.essenundtrinken.de/oregano/77556-rtkloreganokleinewarenkunde

https://www.zentrumdergesundheit.de/oregano.html

http://www.kraeuterbuch.de/kraeuter/Oregano.html

https://www.gartenjournal.net/majoranoregano

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